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Geniessen Sie die chinesischen Gaerten |
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Abendlaendische Gaerten waren jahrzentelang architektonische, funktionale offene Raeume, die dem westlichen Gedanken der physischen Kontrolle der Natur Ausdruck verlieh. Da wir Chinesen einen ganz anderen philosophischen Ansatz haben, sehen auch die Gaerten ganz anders aus. Den traditionellen chinesischen Gaerten liegt die traditionelle chinesische Kultur zugrunde, die vom konfuzianischen, daoistischen und buddhistischen Gedankengut gepraegt wurde. Konfuzius predigte Maessigung als einen Weg, "Einheit von Himmel und Menschsein" zu erlangen; die beiden Daoisten Laozi und Zhuangzi lehrten die ruhige Philosophie der "Integration des Einzelnen mit dem Rythmus des Lebens, Rueckkehr zur Natur" und erklaerten als hoechste Lebenskunst "das einfache Dasein"; waehrend in der buddhistischen Lehre das "Verneinen aller weltlichen Beduerfnisse und ein davon abgesonderten Leben" das Ideal darstellt. Diese Ideen brachten die Chinesen dazu durchlauchte, ruhige Landschaften in entlegenen Regionen so sehr zu lieben, dass sie begannen kleine, drei-dimensionale Abbildungen davon in ihren eigenen Haeusern oder in deren Naehe zu kreieren, da sie zu jeder Zeit die damit verbundene Gefuehswelt praesent haben wollten. Alle Arten chinesischer Gaerten beinhalten die drei Grundelemente, die jeweils eine eigenstaendige Landschfat repraesentieren: Erdwaelle und Wasserkoerper, Pflanzen und architektonisch durchdachte Bauten. Kein chinesischer Garten ohne Steine. "Wasser kann in einem Teich festgehalten, versprueht zu Nebel, verquirlt zu Strohmschnellen gefroren zu Eis und Schnee und aus der Hoehe stuerzend zu einem Wasserfall werden. Es ist einfach es in einen Fluss zu verwandeln". So werden Erdwaelle getuermt und Steine aufgestellt, es entstehen Berge und Seen, die dem Meer vorgezogen werden. Was die Architektur angeht, gibt es auch hier drei Hauptprinzipien: das Einrahmen, das Ausleihen und Abblocken von Blicken. Einrahmen bedeutet, dass jedes Fenster oder andere Oeffnung am Haus den Rahmen eines Landschaftsbildes darstellt. So koennen unzaehlige Szenen und "die Farben der Vier Jahreszeiten sowie die Wasser der Zehntausend Seen" ins Haus gelassen werden. Blicke ausleihen bedeutet das Gegenstaende in einger Entfernung als Hintergrund zusammen mit Kreationen innerhalb des Gartens zu einem Bild vereint werden. Beispielhaft hierfuer ist nachfolgendes Gedicht eines POeten aus der TangDynastie, Tao Yuanming. Er schrieb: "Ich bueckte mich, um eine Chrysanteme nahe der Hecke zu pfluecken, ich wandte meinen Blick nach oben und nahm die Musse der Berge in der Ferne wahr." "Chrysantemen nahe der Hecke" symbolisiert gleichzeitig "einfaches Leben", denn jeder Blume nud Pflanze in einem Garten wird eine bestimmte symbolische Bedeutung zugesprochen. Bambus z.B. bedeutet Korrektheit, Pinien "Staerke" und der Pflaumenbaum "Anmut unter Druck". Alle Pflanzen, Straeucher, Graeser und Blumen sind kategorisch bestimmten metaphysischen Eigenschaften zugeordnet, die jeweils in Zusammenhang mit ihrer Umgebung gesehen werden. So spielen z.B. spielen die Faktoren Sonnen- oder Mondschein, geschlaengelte Pfade, Steinformationen, Teiche, Mauern und Bruecken eine grosse Rolle, ob ein Element blockiert, komplementaer wirkt oder staerkend wirkt. Runde Tische, Hocker und Pavillions werden hier und dort aufgestellt, damit der Besitzer von den unterschiedlichsten Stellen in Ruhe die rythmischen Ungereimtheiten und sich eragenzende Harmonie beobachten und geniessen kann. Im Pavillion sitzen, trinkend "sind Freunde geladen, diese feine Sensation zu teilen und den Scharfsinn des Enwerfers beim Planen des Gartens nachzuempfinden". Verspaare und Inschriften sind unabdingbarer Teil eines chinesischen Gartens. Die Ferse klassischer chinesischer Poesie in Form von feinsten Kalligraphien bilden eine Wortlandschaft, die die Gefuehle des Schriftstellers zum Ausdruck bringt. Das laengste Verspaar ist 180 Schriftzeichen lang und wurde im Daguan Garten in Kunming gefunden. Es stammt von Yang Shengyan (?-1744), der besonders den "aus Schlamm geformten Lotus" liebte, ein Symbol fuer "Unverdorbenheit in der Verkommenheit". Wenn Sie die Elemente einer chinesischen Landschaft und Kultur aufzunehmen in der Lage sind, werden Sie verstehen, warum der chinesische als einer der drei grossen Garten-Arten der Welt gilt, und einen weitreichenden Einfluss auf die neuen Englischen Gaerten hat.
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