[Landschafte]
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Auf der legendaeren Strasse nach Burma wird Ihr Herz hoeher schlagen Wanding, China - Diesen Ort gab es schon immer. Es gab ihn, wenn auch kleiner als heutzutage, als die Gewuerz- und Tee- Karawanen den Westen zogen um China zu verlassen. Es gab ihn schon als Kublai Khans Mongolische Krieger (nach einer kollossalen Schlacht gegen den Koenig von Burma 100 Meilen noerdoestlich von hier) China durchstiessen, um Burma zu erobern. Es gab ihn schon als Marco Polo von Mandalay her geritten kam, um nach China einzudringen, waehrend seiner fabuloesen Reisen durch Asien im 13. Jahrhundert.
(Abb. Die Bruecke ueber den Wanding Fluss, die China mit Myanmar verbindet.) Bis 1920 war es nicht mehr als ein Pfad, der ueber hohe Berge, ueber grosse Fluesse, durch Taeler und Schluchten sowie unbekannte Doerfer (in denen man das Automobil nicht kannte) fuehrte. In dem Jahr begannen die Bauarbeiten in Kunming, die den Pfad zu einer Strasse werden lassen wuerde. Aber es bedurfte 160.000 Chinesen ueber 12 Jahre, aus den Bergen, die teilweise ueber 11.000 Fuss uber dem Meeresspiegel liegen, eine ein-spurige geschotterte Strasse zu kratzen. Nachdem der Japanisch-Chinesiche Krieg ausgebrochen war, wurde die Strasse bis nach Wanding eroeffnet. Bis dahin hatte die damalige burmesische Regierung ihrerseits eine Strasse gebaut, die bis hin zu den Hafenstaedten Bhamo und Rangoon am Irrawaddy Fluss fuehrten und ausserdem mit der Eisenbahnlinie in Lashio verbunden war. Die Strasse wurde damals zur Schlagader Chinas, denn ca. 3000 auslaendische Fahrer, Automechaniker und Beamte versorgten China mit dringend benoetigten militaerischen Nachschublieferungen aus Burma. Im Jahre 1942 gewannen die Japaner die Kontrolle ueber den burmesischen Endteil der Strasse. In der Absicht den Japanischen Ansturm zu verhindern, liessen die Chinesen daraufhin kurzerhand die Salween Fluss Bruecke in die Luft gehen und zerstoerten zudem 25 Meilen der Strasse entlang der Salween Schlulcht. Im September 1943, wurde unter Fuehrung des US amerikanischen Col. Leo Dawson, ein Ingenieur der U.S. Army, mit dem Wiederaufbau der Strasse begonnen. Die Chinesenlieferten dazu weitere Ingenieure, 30.000 Arbeiter sowie Ersatzteile und Materialien. Im August 1944 fertiggestellt, verband die Strasse nun sogar Bhamo in Burma mit der neu gebauten Ledo Strasse, die bis anch Indien fuehrte. Alsbald wurde mehr darauf transportiert als je zuvor. Ueber-Land-Transporte benutzen seitdem diese Stasse, dessen Verlauf sich in den letzten Jahrzehnten an einigen Stellen geaendert hat: Anstatt direkt durch die groesseren Staedte zu fuehren, umgeht sie diese jetzt und andernorts haben neue, geradere, weniger steile Teilstrecken die alte, urspruengliche Strasse ersetzt. Diese Strasse zu bereisen, die heute "Kunming-Wanding-Strasse" heisst, wird Ihr Herz hoeher schlagen lassen und ist eine wahre Augenfreude. Erst kuerzlich verbrachten wir fuenf Tage vom einen zum andren Ende der Route (innerhalb Chinas).
(Abb. Ein fluechtiger Blick auf Kunming) Aber schon bald veraendert sie sich in eine breite zwei-spurige Strasse, die noch Platz fuer vier Autobreiten hergibt. Auf dem Weg sind Bauarbeiten sichtbar, die parallel zu der alten Strasse, die neue Route mit modernen Geraeten (wie z.B. riesigen Raeumpfluegen und Erdaushebern) aus dem Boden stampfen. Panzer, Laster und Traktoren teilen sich z.Zt. die Strasse mit Pony-Kutschen und Ziegenherden. Die Strasse wird von nagelneuen Haeusern gesaeumt, die mit weissen Luftziegelsteinen, Kuerbis-farbenen Tueren in knallrotem Rahmen ausgestattet sind. Durch Brandrodung ausgelaugte Laendereien, die wir auf dieser Strecke noch vor sechs Jahren vorfanden, sind heute verwandelt in gruene Ergebnisse der Wiederaufforstung. Wir ueberqueren den "Sterngesandten Fluss" und die Reise fuehrt uns weiter entlang dem rauschenden Gewaesser. Die Baeume entlang der Strasse tragen einen 1.5 m hohen Mantel, der fuer Verkehrssicherheit sorgt. An einem Berg-Pass ruhen sich 17 Esel im Schatten der Baeume aus.
Palmen rascheln im Wind und oben in den Bergen schneit es. (Abb. Altes Fort Dali) Nach der Orts-Einfahrt von Dali, geht es rechts weiter nach Lijiang und Tibet. Geradeaus fuehrt die Strasse allerdings weiter nach Wanding. Diese Route schlugen wir nach einer mehrtaegigen Exkursion im Norden Yunnans ein. Nach Dali fuehrt die Strasse an zwei Gebirgsstellen in Hoehen von ueber 11,000 Fuss bevor sie wieder in die Ebene von Baoshan fuehrt. Wir passieren drei Check-Points, an denen unsere Papiere kontrolliert werden, denn wir kommen in eine Gegend, wo der Drogenhandel blueht. Gigantische Banyan Baeume breiten ihre Arme ueber der Strasse aus. Die Landschaft ist einfach bezaubernd. Wasserbueffel stampfen durch die Reisfelder, und durch die Zuckerrohrplantagen ziehen Maenner und Frauen mit Mascheten. Dann sind wir in Wanding. Wir stehen vor der Wanding Fluss Bruecke - direkt an der Grenze zu Myanmar. Und hier endet die Strasse. --- Auszuege aus dem Buch "Roaming Yunnan" von John Parris |
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